Rückblick 22.07.2017



Ende März 2017 ging mein Blog zum ersten Mal ins Netz. 

Ich hatte einige Tage zuvor die Nase voll von allem gehabt und wollte machen, was ich liebe. Ich wollte in einer Tätigkeit aufgehen, statt im Studium stupide Karteikarten auswendig zu lernen. Eines Tages waren die Emotionen übergekocht und da stand ich. Ich wusste, ich hatte ein Buch geschrieben. Eine einzige Freundin hatte Jahre zuvor die ersten 100 Seiten gelesen und hate den Text sehr gut gefunden. Wieso also nicht ein Buch veröffentlichen?
Die Geschichte der Entstehung meiner Buchreihe begann sehr früh. Etwa im Alter von zwölf Jahren schrieb ich meine ersten Einsen in Deutsch, hatte die besten Deutschlehrer, die man sich nur hätte wünschen können und fühlte mich motiviert. Meine Oma hatte sich sowieso immer eine Zukunft als Künstlerin für mich vorgestellt. Sie war begeistert von der Vorstellung, wie ich als Künstlerin in einer Galerie meine Bilder präsentieren oder eine Lesung in einem großen Saal halten könnte. Der Gedanke, Autorin zu werden, stand also immer schon dezent im Raum, denn vor allem als Teenager zog mich das Erschaffen, statt zu konsumieren, magisch an. Ich begann zu überlegen, dachte an eine Vampirsaga, begann sogar handschriftlich hier und da Schnipsel zu schreiben, aber so recht wollte es mir nicht gelingen. Als Vampire in Mode kamen, wurde mir klar, dass ich in diesem Genre keine Chance hatte. Zudem hatte ich mich weiterentwickelt, ich hatte eigene Erfahrungen gemacht und wusste inzwischen, dass es nicht nötog war, Monster zu erfinden. Diese Metapher für das Böse brauchte ich nicht, denn die Menschen, die Realität, boten schon genug Zündstoff.
Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich mit meiner Mutter in einem Hotelzimmer saß. Wir hatten uns einen Wellnessurlaub gegönnt. Ich muss damals 17 Jahre alt gewesen sein.  Mir war bekannt, dass meine Mutter früher Kurzgeschichten geschrieben hat und daher auch eine Schwäche für das Schreiben hatte. Damals erzählte ich zum ersten Mal von meinen Plänen über das in meinen Gedanken entstehende Buch. Was ich meiner Mutter damals schilderte, war die Rückblendensequenz „-2015-“, die im zweiten Band fortgesetzt wird. Meine Mutter war begeistert von den geplanten Abläufen. Die brutalen Passagen fand ich besonders interessant, also legte ich richtig los. Ich plottete und pantste, schrieb Nächte durch, löschte, schrieb neu oder saß mit einer Zigarette in der Hand auf dem Balkon und ließ mein Gehirn arbeiten, doch bald kam die Zeit des Schulabschlusses. Es kam viel Privates zusammen, das Abitur musste überwunden werden und so geriet Verfall wieder in den Hintergrund. 

Nach dem Abitur setzte ich mich nochmals ran und schrieb den Großteil der 2017-er Sequenzen. Das Schreiben machte mich glücklich und tatsächlich habe ich mir nach dem Abitur ein halbes Jahr Auszeit zum Schreiben genommen. Nach dem Abitur folgte aber das Erststudium, das ich nach drei Semestern abgebrochen habe dann das Zweitstudium. Mir lief die Zeit davon, denn die meisten Bekannten würden ihren Master haben, wenn ich erst meinen Bachelor machen würde. Verfall blieb erneut jahrelang auf der Strecke, doch ich habe mein Buch niemals vergessen. Sogar ein Lektorat für die ersten 150 Seiten hatte ich organisiert, doch es lief nicht gut und ich begann zu zweifeln, ob mein Buch wirklich so gut gelungen war.  

Kurz vor dem Bachelorabschluss kam dann der Wendepunkt, an dem ich mir dachte: „Ich muss endlich veröffentlichen!“ Ich ertrug es einfach nicht mehr, dieses Projekt vor mich herzuschieben.
Mein erster Schritt in diese Richtung war dieser Blog. Schnell war ich ernüchtert und enttäuscht, denn niemand schien sich für den Blog zu interssieren, während ich Facebook ohnehin verteufelte und dort keinen Account eröffnen wollte. Einige Tage beschäftigte ich mich mit der Frage Verlag vs. Selfpublishment und hatte schnell eine Entscheidung getroffen, denn ich würde die Kontrolle über mein Buch keinem Verlag abgeben.

Bergauf ging es mit Instagram. Ich habe es bereits als Privatperson sehr gerne benutzt. Ich eröffnete ein Autoren-Profil und postete Textausschnitte. Nach drei Wochen hatte ich 100 Follower und war richtig glücklich mit dieser Entscheidung. Es kamen die ersten positiven Feedbacks, also gab es auch kein Zurück mehr, denn jetzt hatte ich etwas in Gang gesetzt, was ich nicht mehr so leicht abbrechen konnte. Schnell hatte ich eine neue Lektorin gefunden. Ich zögerte eine Weile, denn das erste Lektorat hatte mich erst ins Zweifeln versetzt, doch durch das neue Lektorat lief es plötzlich wie geschmiert. Ich lernte viel dazu und hatte Freude an dem Feinschliff. Daher rührt die Erkenntnis, dass man sich einen Lektoren so gründlich aussuchen sollte wie einen Therapeuten. Erst mit diesem Lektorat bin ich richtig zufrieden. Vor allem bleibt mein „fatalistischer“ Stil unangetastet und das ist schließlich das, was mich als Autorin ausmacht. 

Ein ganz großer Brocken auf meinem Weg bisher war das Impressum, denn ich wollte auf keinen Fall meine persönlichen Daten ins Internet stellen, aber die Lösung war am Ende sehr einfach gewesen und heißt: Papyrus Autoren Club. 

Ein weiterer Meilenstein war die Planung des Covers für die Buchreihe, die noch in vollen Zügen läuft, überhaupt die Erkenntnis, dass es eine Buchreihe werden muss, weil man keine 900 Seiten in ein einziges Band setzen kann, schon gar nicht erst als Selfpublisher bei seiner Erstveröffentlichung. Dabei war die Unterstützung der mitdenkenden Community erneut – wie schon bei dem Problem mit dem Impressum – Gold wert. Besonders erwähnt sei hier Colja Nowak (transgressive_fiction bei Instagram), ein wunderbarer Autor und ein toller Ratgeber, der mir an vielen Stellen viel Ärger erspart hat. 

Nach 50% vollendeten Lektorats war es an der Zeit, nach Rezensionslesern zu suchen. Schon nach drei Stunden löschte ich den Beitrag, der dazu aufrief, sich bei mir als Rezi-Leser zu bewerben, denn es wurden sehr schnell über zehn Personen. Plötzlich kamen so viele nette Nachrichten, die mir bewusst machten, dass die Personen mir nicht nur folgen und ein paar Herzchen setzen, sondern wirklich mitfiebern. Es gab Follower, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte, weil sie keine Kommentare hinterließen, aber plötzlich die ermutigendsten Nachrichten schrieben, als sie hörten, dass die Veröffentlichung naht. Diese bis dahin „unsichtbaren“ Follower zeigten mir aber auch, dass es weit aus mehr Menschen in Social Medias geben kann, die mitfiebern als man denkt.
Vier Monate ist es nun her, dass ich beschlossen habe, Verfall zu veröffentlichen.

Die bisherigen Zahlen lauten:

Band I: 311.408 Zeichen, davon mehr als die Hälfte lektoriert, Erscheinungsdatum – hoffentlich bis Ende August 

Band II: 445.911 Zeichen (Lektorat steht noch aus), Erscheinungsdatum - Ende 2017/Anfang 2018 geplant.

Grobe Planung bishin zu Band IV erfolgt

Cover geplant und in Arbeit

Veröffentlichung über Amazon geplant

12 RezensionsleserInnen

Follower bei Instagram: 396 (22.07.2017)

Beiträge bei Instagram: 218 (22.07.2017)

Ferner rege Aktivität bei Tumblr und dieser Blog hier.


Ihr seht, in diesen drei Monaten, trotz chronischen Zeitmangels, hat sich sehr viel getan und ein fast zehn Jahre altes Manuskript ist nun so weit, veröffentlich zu werden. Ich bin stolz auf mich, es endlich durchgezogen haben und natürlich erhoffe ich mir alles, was jeder Autor sich erhoffen wird: den größtmöglichen Erfolg :)

Ich danke euch allen für die Unterstützung, die Likes, die Kommentare, die Nachrichten und vor allem für die Tipps bei Problemlösungen. Ihr seid die beste Community, die man sich wünschen kann <3 !

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